Natur und Gnade im Alltag

Gerade ist wirklich viel los. Eine dieser Lebensphasen, in denen man das Gefühl hat, man steuere auf einen Berg zu und kann sich nicht wirklich vorstellen, wie man ihn überwinden wird…

Ein Referat ist vorzubereiten, der Studentenjob will gepflegt werden und ganz bald kommen sehr gute Freunde zu Besuch, auf die ich mich riesig freue, was aber eben auch bedeuten wird, ganze Tage nicht zu a) und b) zu kommen.

Gleichzeitig gilt es, den Alltag zu bestehen – neben der Uni das tägliche Leben regeln, einkaufen, planen, Texte lesen, organisieren, Kontakte halten…

Und dann schaffe ich es doch in all dem Trubel, in den Gebetsraum des Wohnheims zu gehen. Nicht sehr groß, nicht überaus schön, aber im Tabernakel begrüßt mich der Herr und ich begrüße ihn. Ich sitze direkt auf dem groben Holzboden, murmele meine Vesper, dann mein Fastenzeit-Begleitbuch und schließlich schaue ich noch in die Texte vom Tag, dazu wurde eine Passage aus der Nachfolge Christi abgedruckt: man soll sich ganz dem Herrn überlassen.

Und plötzlich merke ich wieder einmal, dass das geht. Dass ich Ihm meinen Berg abgeben kann. Dass er vielmehr schon die ganze Zeit dabei ist, Zäune aufzustellen, um den Weg zu sichern, nette Menschen an den Wegesrand stellt, mir einen Wanderstab reicht – meine Worte lenkt, wenn ich für das Referat arbeite, mir Kraft gibt, wenn ich müde werde.

Immer wieder passiert es, dass mein Rücken krumm wird, meine Schultern und mein Nacken sich verspannen, ich nur an den Berg denke. Aber immer wieder kommt der dazwischen, der Berge versetzen kann, und schenkt mir einen dieser Momente wie im Gebetsraum: und ich darf in seine unendliche Ruhe sinken und mir bewusst werden, wie sehr Er mich führt und führen will.

Deo gratias

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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3 Antworten zu Natur und Gnade im Alltag

  1. mirasol schreibt:

    Und zum Glück findest Du noch die Zeit uns mit solchen schönen und ermutigenden Worten zu erfreuen! Immer wieder schön. 🙂

  2. Pingback: Was bedeutet es, wenn auf viasvitae Ruhe herrscht? | viasvitae

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