Ausgestattet

Da es in der Fastenzeit darum geht, uns durch Fasten und Gebet zu erneuern, ist es – mir zumindest – sehr am Herzen gelegen, zu fragen, wie es denn gelingen kann, auch positiv etwas zu ändern und nicht nur gleichsam negativ. Der Verzicht ist schnell geklärt, wenn er auch im Alltag freilich manches Mal schwer fällt, aber was nehme ich positiv hinzu? Anders gesagt: Ich bin frei von den Dingen, auf die ich verzichten möchte, aber wofür nutze ich meine  neue „Freiheit für etwas„?

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Prions en Église – Gottes Wort schon beim Frühstück

Bereits kurz vor der Fastenzeit habe ich angefangen, beim Frühstück die Tageslesungen zu lesen. Egal, ob man zu dem Zeitpunkt schon in der Messe war, noch in eine geht oder es an diesem Tag in keine schafft, ist es in jedem Fall gut, dem Wort Gottes mehr Raum im Leben zu geben. Dazu gibt es in Frankreich ein wunderbares Format: Prions en Église. Es erscheint monatlich und enthält wirklich alle liturgischen Texte, d.h. auch Antiphonen, Gebete, etc. Es kann sehr helfen, die Liturgie auch im Herzen mitzuvollziehen.
Daneben hat man einen Überblick, wer in dem Monat als Seliger oder Heiliger verehrt wird, gibt es kleine Texte, die z.B. sprachliche Besonderheiten der Lesungen erklären, kurze Betrachtungen zu bestimmten Themen, Liedvorschläge, etc., etc., etc. ….

Magnificat – Mehr als „Stundengebet light“

Prions en Église bezog ich zu dem Zeitpunkt schon länger, habe aber das aktive Lesen erst jetzt begonnen. Das ebenfalls monatlich erscheinende Magnificat dagegen habe ich zum ersten Mal gekauft. Das gibt es auch in Deutschland und es war mir vor allem als „Stundengebet light“ bekannt, d.h. es enthält eine kürze Fassung eines Morgen- und eines Abendgebets, daneben ebenfalls die Tageslesungen. Als ich aber einen Seminaristen damit sah, wurde mir klar, dass das nicht alles sein kann – dass man also auch als das „normale“ Stundengebet mehr oder weniger vollständig Betender darin Gebetsanregungen finden kann.
Und tatsächlich enthält es wirklich hervorragend ausgesuchte Betrachtungen für jeden Tag, heute z.B. eine von Johannes Chrysostomos über die Liturgie. Daneben gibt es Sondertexte zu Heiligen, aktuellen Anlässen (Jahr der Barmherzigkeit), etc. Es ist also mehr als „Stundengebet light“.

Meine Fastenzeit mit Franziskus und Clara

Das Herzstück dessen, was mich durch die Fastenzeit begleitet, ist „Mon Carême, Meine Fastenzeit, mit Franziskus und Clara“. Jeden Tag wird kurz eine Etappe aus dem Weg des jeweiligen Heiligen erzählt (abwechselnd Franziskus und Clara), dann ein kurzes Zitat des dessen angeführt, anschließend kommt ein passendes Bibelzitat, dann eine kurze Übertragung auf mein eigenes Leben und schließlich ein konkreter Vorsatz für den heutigen Tag. Heute soll ich mir etwa vornehmen, einen alten Menschen aus meiner Familie im Altenheim oder Krankenhaus zu besuchen. Andere Vorsätze waren, sich zu fragen, welchen weltlichen Gütern man verhaftet ist oder wie man sein Leben dem Willen Gottes angleichen kann.

Ich denke, man nimmt sich gerne vor, „mehr zu beten“, aber in der Praxis fällt es – mir zumindest – manchmal schwer, einfach so „länger in der Bank zu bleiben“. Seit ich mein Bücher-Bataillon habe, ist das deutlich einfacher geworden. Und gerade bei Franziskus und Clara bin ich regelrecht gespannt, was jeweils dran sein wird.

Bei den liturgischen Texten kann man natürlich auch das Spiel spielen, vor dem eigenen, erneuten Lesen derer zu fragen, ob man sich denn noch erinnert, wie die Texte aus der Messe lauteten…

Jedenfalls war ich noch in keiner Fastenzeit derart ausgestattet 😉

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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