Wer ist zur Kontemplation berufen?

Eine wirklich schöne Antwort gibt darauf P. Marie-Eugène Grialou OCD, Gründer des Säkularinstituts Notre-Dame de Vie, ausgehend von der Spiritualität der Hl. Thérèse de l’Enfant-Jésus:

„Diese Gotteserkenntnis bildet die Grundlage der Spiritualität von Therese. Darauf baut alles auf. So beschreibt sie ihre Sendung: Den lieben Gott so lieben zu lehren, wie ich ihn liebe. Dem haftet nichts Außergewöhnliches an. Es handelt sich ganz einfach um die Auswirkung unserer Taufgnade. Therese ist sicher eine große Mystikerin und eine große Kontemplative, aber sie ist es dank ihrer Taufgnade. Wir dürfen in unseren Vorstellungen die hohe Kontemplation nicht in sogenannten mystischen Regionen unterbringen, die kein Mensch erreichen kann. Stellen wir sie an den Platz, der ihr zukommt: in die Entfaltung der Taufgnade! Es ist ein großer Irrtum, die außergewöhnlichen mystischen Gnaden hervorzuheben und zu meinen, dass derartiges nur für Heilige sei, für einen Don Bosco oder eine große Teresa. ‚Ich gehöre nicht zu dieser Kategorie, ich brauche mich also nicht mit so etwas zu befassen und brauche nichts zu riskieren!‘ Nein, wir sind alle berufen.“1

Was für schöne, klare Worte der Ehrwürdige Diener Gottes hier findet. Und wie passend auch zum Fest der Taufe des Herrn, das wir kürzlich feierten und das uns auffordert, uns selbst zu fragen, was wir eigentlich aus unserer eigenen Taufgnade machen (lassen).

1 Grialou, Maria-Eugen, Meine Berufung ist die Liebe. Die Botschaft der heiligen Therese von Lisieux, Trier 52008, 46.

N.B.: Dass ich dieses wunderbare Buch gerade lesen durfte, verdanke ich übrigens dem liebenswerten Nachbarblog.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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3 Antworten zu Wer ist zur Kontemplation berufen?

  1. mirasol schreibt:

    Du liest es ja! 🙂
    Ich bin gespannt was Du sagst, wenn Du fertig bist!

    • theresia_viasvitae schreibt:

      Ich bitte Dich, ich habe es bereits fertig gelesen! 😉 Es ist ganz wunderbar! Man merkt, wie sehr der Autor selbst „geistlicher Bruder“ der kleinen Thérèse ist und so überzeugt von ihrer Lehre, dass er sie umso besser und begeisterter rüberbringt. Dadurch kommt selbst das, was man schon weiß, noch einmal unmittelbarer bei einem selbst an. Ich habe viele neue Impulse bekommen und alte wiederentdeckt!

  2. Pingback: Thérèse von Lisieux über Askese | viasvitae

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