Wurst und Kirche (mit Foto!)

Vorbemerkung 1: Christen und Wurst haben anscheinend eine ganz besondere Beziehung. Schließlich nahm die Reformation in der Schweiz so richtig an Fahrt auf, nachdem in der Fastenzeit 1522 ein öffentliches Wurstessen veranstaltet wurde.

Vorbemerkung 2: Ich weiß, dass ich in Bayern lebe.

Jetzt zum Eigentlichen: Tatsächlich wird aktuell an der Heilig-Geist-Kirche in München mit einem sehr großen riesigen Banner für „700 Jahre Metzgerzeile am Viktualienmarkt“ geworben. Zugegeben, bei näherem Hinsehen wird wenigstens auf einen Festgottesdienst verwiesen, der zu diesem Anlass stattfindet. (Nebenbei: Seit wann ist das Bestehen einer Metzgerzeile Anlass für einen Gottesdienst?) Und für Nicht-Ortskundige: die Kirche befindet sich quasi direkt an der besagten Metzgerzeile. Und schließlich, aber das ist das letzte Positive, was mir dazu einfällt: ich glaube, sogar mehrere der Metzger verkaufen Bio-Fleisch.

Aber eigentlich frage ich mich doch ernsthaft, ob es angemessen ist, an das Kirchenportal eine Werbung für 700 Jahre Metzgerzeile anzubringen, noch dazu in dieser Größe? Sollte man sich beim Eintreten in das Gotteshaus nicht eher überlegen, wie man fleischliche Genüsse ablegen kann? Was hätte Romano Guardini dazu gesagt, der ganze Betrachungen nur über die Stufe am Eingang der Kirche schrieb?

Ich bin und bleibe sprachlos.

Banner an der Kirche

Wurst und Kirche passen anscheinend gut zusammen

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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2 Antworten zu Wurst und Kirche (mit Foto!)

  1. Tarquinius schreibt:

    Und was wohl Paulus über eine Kirche sagen würde, die vom Fleisch bestimmt ist (Röm 8,8)? 😉 Grundsätzlich habe ich ja gar nichts gegen den Ein- und Zusammenklang von Kirche und Gesellschaft, wie etwa eine Festmesse zu Ehren der Metzgergilde. Aber dies scheint mir dann doch eher ein rein „weltlich Ding“ zu sein …

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