Mitbringsel – Florenz

Als Auftakt meiner kleinen Mini-Serie der Mitbringsel gehe ich chronologisch vor und berichte zuerst, was ich aus Florenz mitgenommen habe. Ich muss allerdings sagen, dass ich die damit verbundene Geschichte zugleich die beste finde.

Ganz in der Nähe des Doms gab es ein kleines Lädchen, das die Aufschrift „Liturgisches Apostolat“ trug. Schon aus dem Schaufenster lächelten dem Vorübergehenden schöne Ikonen entgegen. Das erste Mal war ich allerdings außerhalb der Öffnungszeiten da, konnte aber noch erspähen, dass tatsächlich Ordensschwestern dort arbeiteten.

Als ich dann das nächste Mal in der Nähe war und der Laden geöffnet hatte, ging ich natürlich hinein, und prompt kam eine kleine, ältere Ordensschwester mit einer herzlichen Begrüßung auf mich zu. An jedem Ort, an dem man sich im wirklich überschaubaren Laden aufhalten konnte, tauchte sie sofort auch auf und erzählte etwas zu dem, was man gerade betrachtete, die Ikone zeige dieses Motiv, die Keramik stamme aus jenem Ort, dieses Bild finde sich in Florenz an dieser Stelle, etc.

Sehr freute sie sich, von Deutschland zu hören, denn auch dort gebe es einen „Liturgisches Apostolat“-Laden, und zwar in Francoforte, und dort sei sie auch schon einmal gewesen.

Allerdings schien sie irgendwann zwischen ihren lieben Ausführungen zu bemerken, dass mich die – teilweise handgemalten – Ikonen zwar freilich beeindruckten, sie aber auch einen recht hohen Preis aufwiesen. Daraufhin ergriff sie selbst die Schiebwände, an denen die Ikonen hingen, und suchte nach einer bestimmten Ikone, während sie erzählte, dass es auch günstigere gebe, die aber durchaus schön seien. Und dann zeigte sie glücklich auf die „Madonna della Tenerezza“ (dt. Zärtlichkeit) und bemühte sich mit Mimik und Gestik nachzumachen, wie sich der kleine Jesus und Maria auf dieser Ikone Backe an Backe aneinander schmiegen.

Das Bild der kleinen, alten Ordensfrau mit der Hand an der Backe und dem seligen Gesichtsausdruck gemeinsam mit ihrem Bemühen, etwas für die deutschen Theologiestudenten Bezahlbares herauszusuchen, führten schließlich dazu, dass die Madonna mitkam.

Zuvor war ich überzeugt gewesen, dass ich in Florenz eher nichts – und wenn, sicher nichts Geistliches – kaufen würde, da ja noch Assisi und Rom als wahre Wallfahrtsorte warten würden. Vor allem hatte ich Angst, ein so früher Einkauf würde die weiteren Strapazen der Reise schlecht überstehen. Aber der Besuch des kleinen Ladens war schlicht so herzlich, dass die Madonna mitkommen musste und jetzt hängt sie wohl behalten in einem kleinen Studentenzimmer in München:

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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Eine Antwort zu Mitbringsel – Florenz

  1. Tarquinius schreibt:

    Na, die sieht doch auch nicht schlecht aus! Als notorischer Druckkunstverächter und Geizkragen habe ich trotz Ikonenvorlieben selbst noch keinen dieser hochpreisigen Vertreter angeschafft (nur verschenkt, da ‚gibt‘ es sich leichter) …

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