Nach kurzer Pause

Nach einer kurzen Pause melde ich mich zurück auf viasvitae. Obschon mein letzter Beitrag ein aufmunterndes Zitat zum Thema Berufung enthielt, erklärt sich die ungewöhnliche Woche der Stille auf meinem Blog nicht etwa durch einen Ordenseintritt. Vielmehr, was leider deutlich trivialer ist, hat die universitäre Prüfungszeit begonnen und auch vor mir nicht halt gemacht. Die wird nun allerdings noch etwas andauern und da ich auch nicht möchte, dass mein geistliches Leben darunter gänzlich zum Erliegen kommt, sollen auch hier immer wieder kleine spirituelle Lichtblicke erscheinen.

Heute soll dies ein Zitat von Clemens von Alexandrien sein:

Wohl niemand wird von den Ermahnungen der Heiligen so angesprochen wie von den Ermahnungen des Herrn selbst, dessen ganze Liebe den Menschen gehört; denn der Rettung des Menschen gilt all sein Sinnen und Trachten. Um die Menschen ihre Rettung ans Herz zu legen, ruft er ja: „Das Reich Gottes ist nahe“ (Mt 1,15)

Sehr schön finde ich den Teilsatz: „dessen ganze Liebe den Menschen gehört“.
Außerdem betont Clemens das nahende Reich Gottes als Grund für den Menschen, an seiner Rettung zu arbeiten, also sein Leben auf Gott auszurichten.
Ich denke allerdings, dass für Clemens, der schon 150 n.Chr. geboren ist, Reich Gottes noch ganz anders klang. Wir sind dagegen heute einen fast schon inflationären Gebrauch des Wortes gewohnt, und wieso sollte man auch nicht oft davon sprechen, schließlich ist das Kommen des Reiches Gottes unsere Sehnsucht.
Allerdings musste Clemens während seiner Lebenszeit erst gut 200 solcher Jahre kompensieren, in denen es offenbar nicht in der Weise ausbrach, dass alle Menschen plötzlich friedlich miteinander leben und in Gottesliebe vereint sind. Wir dagegen müssen mit etwa 2000 solcher Jahre zurechtkommen und, schaue ich mir die gegenwärtige Lage der Welt an, so scheint das Reich Gottes gleich Lichtjahre entfernt.
Dennoch, versuchen wir, dem Reich Gottes wieder so entgegenzufiebern, wie es Clemens wahrscheinlich noch mehr tat als wir. Und arbeiten wir daran, dass der Klang dieses Wortes uns wieder etwas zu sagen hat.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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8 Antworten zu Nach kurzer Pause

  1. Tarquinius schreibt:

    Wünsche Dir natürlich alles Gute und viel Erfolg für die Prüfungen!

  2. Tarquinius schreibt:

    🙂 Nein, es liegt allein daran, dass es im Magister zum ersten Semester noch keine Prüfungen gibt. Nichtsdestotrotz ist meine Zukunft in der Theologie äußerst ungewiss…

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