Geht ein Katholik am 1.1. in die Messe und denkt, es gehe um Maria

Vorab: Ich möchte sehr vorsichtig damit sein, Gottesdienste zu kritisieren, denn
a) Eine Messe ist eine Messe. Punkt. Man kann höchstens die Gestaltung thematisieren.
b) Es entwickelt sich teils zu einer Unsitte, nur noch zu kritisieren und das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren.

Aber: Heute habe ich mich schon geärgert. Denn wir feiern ja das Hochfest der Gottesmutter Maria, was ich auch insgesamt ein wirklich schönes Zeichen finde, um das Jahr besonders in den Schutz der liebenden Mutter Jesu zu stellen.
Daher freute ich mich auch auf einen Gottesdienst in diesem Zeichen, aber was geschah? Maria kam nicht vor! Sie kam einfach nicht vor – abgesehen von ihrem festgeschriebenen Ort im Hochgebet und als Schlusslied (war das womöglich eine revolutionäre Eigeninitiative des Organisten?) sowie in der Statio, in der aber einfach alles aufgezählt wurde, was heute so alles ist.
Wie kann so etwas passieren, fragt man sich, wie kann das passieren in einer katholischen Kriche am Hochfest der Gottesmutter Maria?

  • die Gebete der Messe werden durch andere ersetzt, vielleicht, weil man denkt, die Leute könnten mit den vorgesehenen nichts anfangen?!
  • man tauscht das Evangelium (Maria aber bewahrte alles in ihrem Herzen) mit dem, worin die Sterndeuter vorkommen, da in der Messe auch die Sternsinger ausgesendet werden
  • dementsprechend handelt auch die Predigt natürlich von den Sterndeutern, wobei erst einmal gesagt wird, wie viel von der Tradition der „Heiligen Drei Könige“ eigentlich aber überhaupt gar nicht in der Bibel steht

Ein bisschen traurig.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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4 Antworten zu Geht ein Katholik am 1.1. in die Messe und denkt, es gehe um Maria

  1. Andreas schreibt:

    Zum Trost: Den 1. Januar hatte ich früher lange Zeit als „Weltfriedenstag“ verstanden, weil die (neuen) Liturgien, die ich damals noch besuchte, eigentlich allzeit und exklusiv da drauf zugeschnitten waren. Und meine Alte-Messe-mit-Molche, die mich heute ein Stück im Auto mitgenommen hatten, mußte ich den Spaß verderben, indem ich die Vermutung, es würde heute eben jenes Muttergottesfest gefeiert, zurecht rückte – das ging etwa so über die Bühne: „Andreas, wo finden wir denn das Muttergottesfest heute im Schott?“ – „Garnicht“ … 😉

    (Wobei das alte Offizium des Oktavtages (Beschneidung) eigentlich sehr marianisch angelegt ist …)

    • Tarquinius schreibt:

      Letzteres mag wohl auch am Ort des Stationsgottesdienstes liegen, aber die Advents- und Weihnachtszeit ist ja ohnehin sehr marianisch angelegt …

  2. Jürgen Niebecker schreibt:

    Da ich in die Messe in der a.o. Form gehe, konnte das Problem gar nicht entstehen…

    Aber im Direktorium 2015 steht:
    HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA
    Monatlicher Gebetstag um geistliche Berufe; heute ist Weltfriedenstag.

    Da kann sich der Zelebrant aussuchen was er macht.

  3. theresia_viasvitae schreibt:

    Es freut mich, dass Ihr offenbar nicht dieser Unart verfallen seid, nur noch zu kritisieren 🙂

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