Über das Gebet in der Messe

Beim Beten – insbesondere bei jenem nach dem Kommunionempfang – ist es bei mir immer  ganz unterschiedlich, was geschieht.

Manchmal gehen in meinem Kopf sofort Sätze los, es kommen mir konkrete Anlässe, für die ich danken, bestimmte Personen, für die ich beten möchte, und so weiter. Dann ist es so, als würde ich einem Bekannten am Abend eines Tages mal wieder alles erzählen, was mich so beschäftigt, und er würde erst einmal zuhören.

Andere Male, wie vorhin, kommen keine dieser formulierten Sätze – ich merke einfach, das ist gerade nicht das richtige. Meistens gehe ich dann automatisch ins Herzensgebet über: Beim Einatmen bete ich „Herr Jesus Christus“, beim Ausatmen „erbarme Dich meiner“. Manchmal können dann parallel Gedanken kommen, als basso continuo aber dauert das Herzensgebet an.
Dazu dachte ich mir heute, da ist es dann einfach so, wie ebenfalls bei guten Bekannten: Manchmal braucht man einfach keine Worte. Man weiß, wie es um den anderen steht. In diesen ruhigen Herzensgebet-Momenten, in denen sich nicht sofort Sätze, Erzählungen und Bitten formieren, habe ich einfach das Gefühl, beim Herrn zu sein – er schaut mich an und er weiß um mich.

Insofern – das muss man sich vielleicht manchmal auch im Unterschied zum Alltag selbst verdeutlichen – ist es gar nicht unbedingt schlechter, wenn man im Gebet gar nicht großartig einen Satz nach dem anderen spricht, sondern einfach da ist, vor Gott ist. Vielleicht sind solche Momente, wo es keine Worte braucht, sogar besonders kostbar.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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4 Antworten zu Über das Gebet in der Messe

  1. Tarquinius schreibt:

    Sehr gut, sehr richtig, dankeschön!

  2. Andreas schreibt:

    Beides hat, denke ich, hat seine Berechtigung. Zum einen Aspekt nur eine kurze Anmerkung: Natürlich müssen wir Gott nicht erzählen, was uns gerade wichtig ist und bewegt (er weiß es ja ohnehin), aber für uns selbst ist es gut, daß wir es ihm erzählen dürfen und er trotzdem zuhört …

    • Tarquinius schreibt:

      Man mag diesen Aspekt auch noch ein wenig erweitern. Ich erzähle ihm ja nicht nur, was mich bewegt, sondern gebe es bewusst in seine Hände…

    • marienverehrer schreibt:

      Lieber Andreas,

      der Herrgott freut sich aber riesig darüber, wenn wir IHM über uns und über das, was wir so erleben erzählen; so wie kleine Kinder ihren Eltern. Werdet wie die Kindlein, heißt es ja so schön.

      Aber ruhige Momente sind ja auch mal ganz okay! Momente, in denen man vielleicht bei und in Gott ruht. Diese Momente sind auch sehr wichtig. Und der Herrgott schenkt sie uns, um uns in ihm auszuruhen.

      Liebe Grüße
      Stefan

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