Antirrhetische Methode

In der diesjährigen Fastenzeit war meine Zimmertür (von innen) tapeziert mit verschiedenen Worten aus der Hl. Schrift, die helfen sollten, einem negativen Verhalten entgegenzuwirken.
So z.B. der Psalmvers 4,8 aus der Samstagskomplet: „Du legst mir größere Freude ins Herz als andere haben bei Korn und Wein in Fülle“, wenn es darum ging, nicht zu viel zu essen.
Dieses Verfahren habe ich vom Wüstenvater Evagrius Ponticus, der jene „antirrhetische Methode“ einst entwickelte. Dabei sollten bösen Gedanken, die von Dämonen eingegeben wurden, mit Worten aus der Hl. Schrift begegnet werden.
Nun sind nach der Fastenzeit die umfangreichen antirrhetischen „Helfer“ wieder von meiner Tür verschwunden, da diese Zeit ein besonderes Gepräge haben sollte. Die antirrhetische Methode eignet sich aber, finde ich, für den Alltag grundsätzlich.

So freute ich mich sehr, als mir gestern im Stundengebet Ps 40,9 begegnete: „Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, Deine Weisung trag‘ ich im Herzen.“
Ich finde, dieser Vers eignet sich besonders gut für fast jede Situation im Alltag. Immer, wenn es darum geht, aus dem Glauben heraus zu handeln und eben nicht so wie der Mainstream, was einem oft gerade deswegen schwer fällt, kann man diesen Vers im Herzen oder auf den Lippen haben. Wenn man sich bpsw. motivieren muss, das Gebet zu beginnen, im Umgang mit anderen Menschen nachsichtig zu sein, oder nicht stundenlang sinnlos Zeit am Computer zu verbringen.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, Deine Weisung trag‘ ich im Herzen.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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2 Antworten zu Antirrhetische Methode

  1. Tarquinius schreibt:

    Immer, wenn ich diesen Vers rezitiere, regt es mich auch an, meine Glaubenspraxis im Alltag zu hinterforschen. In Zukunft werde ich versuchen, öfter an ihn zu denken, dankeschön!

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