Theologie & Glaube: Der Anfang

Angeregt durch einen sehr netten Kommentar von Seiten des äußerst empfehlenswerten Blogs Pro Spe Salutis zu meinem Beitrag vom gestrigen Tage, möchte ich gleich beginnen, dem Thema „Theologie & Glaube“ hier mehr Raum zu geben.
Ich dachte, es täte vielleicht ganz gut, damit anzufangen, wie es überhaupt dazu kam, dass ich Theologie studiere – ein sowohl unter kirchenfernen wie interessanterweise auch sehr kirchennahen Menschen umstrittener Studiengang.

Der Anfang
Trotz wirklich ungenügender Voraussetzungen in Sachen Liturgie, Sakramentenkatechese und Seelsorge allgemein, die in meiner Heimatpfarrei gegeben waren, fand ich um die Zeit meiner Firmung zum Glauben – gedankt sei es vor allem den unermüdlichen Bemühungen meiner heute besten Freundin. Nicht, dass ich zuvor nicht geglaubt hätte. Aber auch bei mir – wie bei vielen – wurde der „Kinderglaube“ in der Zeit des Heranwachsens stark auf die Probe gestellt und konnte letztendlich nicht in Kontinuität in einen „Erwachsenenglauben“ übergehen.
Die Frage der Studienwahl
Als es dann später darum ging, was ich studieren wollte, war ich sehr fest im Glauben – kam aber überhaupt nicht auf die Idee, irgendetwas im Zusammenhang damit zu studieren. Ich dachte mir alles Mögliche aus, was mich, wenn ich heute die Listen von Studienfächern in meinen Notizbüchern lese, nur staunen lässt. Es fanden sich auch so abenteuerliche Fächer wie „Deutsch-Französische Studien“ darunter, deren Studium gewiss Spaß gemacht hätte, aber sowohl die Sinn- als auch die konkrete Arbeitsplatzsuche wären wahrscheinlich wenig erfreulich verlaufen.
Nicht zufriedenstellende Religionslehrer
In dieser Zeit der Suche traf ich auf einem Jugendtag auf eine Ordensschwester, die Religionslehrerin war. Mich beeindruckte ihre Begeisterung und Überzeugung, wir kamen ins Gespräch – und ich klagte ihr mein Leid über meine Religionslehrer. Diese wirkten nämlich überhaupt nicht begeistert und überzeugt, im Gegenteil, schienen geradezu Angst davor zu haben, das Wort „Gott“ in den Mund zu nehmen, und interessierten sich, so schien es mir, sowieso mindestens genauso für Buddha & Meditation.
Impuls durch eine Ordensschwester
Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese schlechten Erfahrungen für mich eine Herausforderung sein sollten. Die Schwester aber sagte mir: „Dann mach’s besser!“
So kam es, dass ich mich tatsächlich beim universitären Infotag für Schüler zur katholisch-theologischen Fakultät wagte. Ich hatte damals noch überhaupt keine Ahnung von wissenschaftlicher Theologie, geschweige denn davon, wie unterschiedlich Professoren sein können – und v.a., wie wenig man, besonders heute und in Deutschland, Kirchlichkeit und Glaubensüberzeugung bei ihnen voraussetzen darf.
Faszination des Vollstudiums
Noch immer mit dem Gedanken dort seiend, einmal ein besserer Religionslehrer zu werden als alle bisher erlebten, faszinierte mich dann dort die Vorstellung des „Vollstudiums“ maßgeblich. Ich hatte das Gefühl, das sei ein so breit aufgestellter Studiengang, in dem so viele Bereiche vorkommen, die mir Spaß machen, allen voran Sprachen & Literaturwissenschaft, dass er der richtige für mich sein könnte – und nicht der „kleinere“ Lehramtsstudiengang. Vor allem aber faszinierte mich, dass ich mich dann „hauptberuflich“ den ganzen Tag mit dem Glauben auseinandersetzen dürfte, dem Element, das mir damals, bei allen üblichen und schändlichen Verdrängungen durch den Alltag, zum wichtigsten geworden war.
Noch keine Ahnung von theologischen Grabenkämpfen
Als ich also mit dem Studium, genauer, mit dem Erlernen der alten Sprachen zuvor, begonnen habe, hatte ich noch überhaupt keine Ahnung von „theologischen Grabenkämpfen“ und war auch noch recht blauäugig im Blick auf die allgemeine Binsenweisheit, das Theologiestudium könne einem den Glauben kosten…
Ich war schlicht durch den Impuls der Schwester in diese Richtung geleitet worden und die Fügung wollte, dass ich dann sogar vor allem das Vollstudium interessant finden würde. Damals dachte ich einfach, ich würde mich von jetzt an nur noch mit dem Glauben beschäftigen – wie schön!
Wie geht es weiter?
So viel zum Beginn. In den nächsten Beiträgen zu „Theologie & Glaube“ kannn ich mir gut vorstellen, einzelne Fächer/Erfahrungen/Themen anzugehen, die sich in meinem bisherigen Studium ergeben haben. Sei es, dass ich dachte, hier wurde tatsächlich meinem Glauben gedient, sei es, dass ich zugeben muss, dass ich bis heute eigentlich nicht weiß, wie ich das wirklich in meinen Glauben einzuordnen vermag.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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4 Antworten zu Theologie & Glaube: Der Anfang

  1. Andreas schreibt:

    Wenn der Impuls der Ordensschwester zur Halbzeit noch immer wirkt und Du trotzdem bislang nicht vom Glauben abgefallen bist, dann scheint mir das ein Gutes Zeichen … 😉

    Am Rande: Danke für das Lob. Hier ist’s aber auch schön.

    • viasvitae schreibt:

      Der Impuls wirkt definitiv noch, wurde jetzt aber sozusagen ausgeweitet vom Lehramts- auf ein Vollstudium, und so bin ich momentan vor allem noch auf der Suche, wie ich mich nach dem Studium am besten für die Ecclesia einsetzen kann 🙂
      Auch Dir vielen Dank für das Lob!

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