Caritas in Veritate

In einem meiner Katholikentagseinträge habe ich davon geschrieben, wie schön es war, sich mal wieder mit der Theologie des emeritierten Papstes auseinanderzusetzen. Damals hegte ich den Wunsch, dies zu vertiefen und so habe ich heute ein wenig in seiner Enzyklika Caritas in Veritate gelesen, die meiner Meinung nach auch nicht außerordentlich präsent in der gegenwärtigen Rezeption ist, es sei denn natürlich, man ist Sozialethiker.

Eine sehr schöne Stelle möchte ich hier teilen, die das vierte Kapitel, Entwicklung der Völker, Rechte und Pflichten, abschließt.

„Die Wahrheit und die Liebe, die sie erschließt, lassen sich nicht produzieren, man kann sie nur empfangen. Ihre letzte Quelle ist nicht und kann nicht der Mensch sein, sondern Gott, das heißt Er, der Wahrheit und Liebe ist. Dieses Prinzip ist sehr wichtig für die Gesellschaft und für die Entwicklung, da weder die eine noch die andere lediglich menschliche Produkte sein können; ebenso gründet sich die Berufung zur Entwicklung der Menschen und der Völker nicht auf eine lediglich menschliche Entscheidung, sondern sie ist in einen Plan eingeschrieben, der uns vorausgeht und für uns alle eine Pflicht darstellt, die freiwillig angenommen werden muß. Das, was uns vorausgeht, und das, was uns konstituiert – die Liebe und die Wahrheit -, zeigt uns, was das Gute ist und worin unser Glück besteht. Es zeigt uns somit den Weg zur wahren Entwicklung.“

(Benedikt XVI., Caritas in Veritate, Nr. 52)

Schon in diesem Abschnitt steckt, so finde ich, wirklich viel. Gleich den Beginn finde ich sehr schön, da hier die konstitutive Passivität des Menschen in bezug auf Qualitäten wie Wahrheit und Liebe und deren Geschenk-Charakter betont werden. In einer durch Leistungslogik strukturierten Welt kann dies nicht ausreichend betont werden.

Außerdem steckt in diesem Abschnitt ein gewisser schöpfungstheologischer Optimismus: „(…) die Berufung zur Entwicklung der Menschen und der Völker (…) ist in einen Plan eingeschrieben“. Das bedeutet, dass es einen Plan gibt, dass die Entwicklung der Welt – zumindest von Gott her – zielgerichtet ist. So sehr man sich hüten muss, an dieser Stelle in eine Prädestinationslehre abzurutschen, so sehr ist es auch ermutigend, sich vor Augen zu führen, dass Gottes Plan für die Entwicklung der Menschheit sinnvoll ist und ein Ziel hat.

 

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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