Christus, göttlicher Herr

Christus, göttlicher Herr,

Dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:

unbewusst, wer Dich nicht kennt;

sehnsuchtsvoll, wer um Dich weiß.

 

Christus, Du bist meine Hoffnung,

mein Friede, mein Glück, all mein Leben:

Christus, Dir neigt sich mein Geist;

Christus, Dich bete ich an.

 

Christus, an Dir halt‘ ich fest

mit der ganzen Kraft meiner Seele:

Dich, Herr, lieb‘ ich allein –

suche Dich, folge Dir nach.

Heute ist Samstag, das bedeutet, dass dieser wunderschöne Hymnus in der Komplet an der Reihe ist. Wie hier schon öfter aufschien, gefällt mir auch an diesem abermals besonders gut das Motiv der Sehnsucht, das auftritt. Ohne diese Sehnsucht, denke ich, sind wir als Gläubige trocken.

Warum hier einen allwöchentlich wiederkehrenden Hymnus posten? Weil es wichtig ist, sich immer wieder neu bewusst zu machen, was darin steht: Es geht um die unglaubliche Liebe zu Christus, die wir Menschen im besten Falle haben, auf jeden Fall aber zu entwickeln trachten. Eine Benediktinerin sagte einmal, es seien häufig nur ihre Füße, die sie zum Stundengebet brächten. Das bedeutet, dass wir nicht jedes Mal völlig euphorisch, glühend vor Sehnsucht und Glauben, das Stundengebet vollziehen. Im Gegenteil, meistens tragen uns nur unsere Füße dorthin, d.h. wir „machen“ es einfach. Dieser extrem emotionale und existentielle Hymnus will uns dabei davor bewahren, trocken zu werden. Kaum kann man sich vor diesen Worten verschließen: „Dich liebt, wer nur Kraft hat, zu lieben“ oder „Du bist meine Hoffnung, mein Friede, mein Glück, all mein Leben.“

So ist der Hymnus nicht übertrieben oder gar kitschig, sondern bewahrt uns davor, zu sehr nur mit den Lippen zu beten. Diese Sätze kann man nur beten, indem auch das Herz mitbetet, sei es noch so zaghaft. Der Hymnus der Komplet des Sonntags nach der 1. Vesper entfacht in uns neu die Liebe zu Christus; und wenn wir sie gerade nicht in dieser Weise verspüren, dann wenigstens die von mir so sehr geschätzte Sehnsucht nach dieser Liebe.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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2 Antworten zu Christus, göttlicher Herr

  1. Braut des Lammes schreibt:

    Ahem (so wars gedacht, bitte den Vorgängerkommentar löschen) Da ich zur Komplet immer denselben Hymnus nehme (Bevor des Tages Licht vergeht), singe ich diesen manchmal zur Matutin bzw. den Laudes, so auch heute – ich mag ihn auch sehr gern.

    Beim Stundengebet bzw. danach ist mir manchmal der Gedanke an den Aquinaten und seine Betrachtung zur Attentio ein Trost:
    http://brautdeslammes.blogspot.de/2011/01/attentio-uber-die-aufmerksamkeit-beim.html

    • theresiaelisabeth schreibt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Und auch für den Hinweis auf Thomas, der sich abermals lohnt. An ihm schätze ich gerade diese realistische Perspektive, die auch hier erscheint, aber keineswegs zu einer Relativierung führt, sondern schlicht den Menschen als Menschen ernst nimmt.

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