Mediolanum – Pfingsten in Mailand

Die Pfingsttage durfte ich in Mailand auf Studien- bzw. Wallfahrt verbringen. Es war schön, den Unialltag einmal bewusst zu unterbrechen, viele liebgewonnene Menschen wiederzutreffen und gemeinsam zahlreiche interessante Gespräche über Gott, den Glauben und die Kirche zu führen.

Nebenbei habe ich natürlich noch die Stadt kennengelernt, die mir, das muss ich vorweg nehmen, zwar nicht so gut gefällt wie Roma, aber dennoch äußerst sehenswert ist.

Am Samstag gingen wir in die Kirche Sant’Ambrogio, die bereits im 4. Jahrhundert in ihrer ersten Fassung gebaut wurde, als Ambrosius Bischof von Mailand war. Anfangs war sie den Märtyrern Gervasius und Protasius geweiht. Nachdem Ambrosius gestorben war, wurde er neben den beiden bestattet und bald darauf die Kirche nach ihm benannt. Genau an dieser Stelle, wo die drei in ewigem Frieden ruhen, durften wir die hl. Messe feiern, was gewiss einen der Höhepunkte der Fahrt darstellt.

In Sant’Ambrogio ist weiterhin interessant, dass hier wohl die erste realitätsnahe Darstellung eines Heiligen in Mosaiktechnik, nämlich die des hl. Ambrosius, zu finden ist, wie ich in der Führung lernen konnte.

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Am Sonntag feierten wir zunächst in einer Chiesetta nahe Sant’Ambrogio die hl. Messe und fuhren danach zum extrem berühmten und überaus imposanten Mailänder Dom. Sowohl ganz nach unten, in die Ausgrabungen unter der riesigen Kirche, als auch auf ihr Dach wurden wir geführt. In den Ausgrabungen beeindruckte mich am meisten, das Baptisterium sehen zu können, in dem Ambrosius Augustinus getauft hat. Durch seine persönlich und in Gebetsform geschriebenen Confessiones beeindruckt mich Augustinus sehr, da ich durch das Lesen dieses Werkes das Gefühl hatte, dass dieser große Heilige schon vor so vielen hundert Jahren mit Themen des Glaubens gerungen hat, die mich heute ebenso beschäftigen. Das fand ich äußerst bestärkend. Am Sonntag durfte ich dann an dem Ort stehen, wo er getauft wurde.

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An Pfingstmontag besuchten wir schließlich auf der Rückfahrt noch den Sacro Monte in Varese. Die Wallfahrtskirche Santa Maria del Monte war wirklich prächtig ausgeschmückt und insgesamt konnte man durch die Atmosphäre des Berges sehr gut nachvollziehen, warum hier ein Wallfahrtsort entstanden ist. Die unglaubliche Schönheit und Stille des Ortes (wenngleich unsere Messe so gelegen war, dass pünktlich um 12.00 Uhr die Glocken zu donnern begannen, während der Priester gerade die Predigt hielt…) laden definitiv zum Gebet ein.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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Eine Antwort zu Mediolanum – Pfingsten in Mailand

  1. H.M. schreibt:

    Ein schöner und inspirierender Beitrag, der Lust macht, auch auf den Spuren des hl. Ambrosius zu wandeln. Herzlichen Dank!

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