Mein Katholikentagsprogramm – 4. Vortrag: Dei Verbum. Über die göttliche Offenbarung

Trotz der zahlreichen Aufgaben, die er sonst noch zu erledigen hatte, scheute es der Regensburger Bischof nicht, auch selbst eine Veranstaltung, näherhin einen Vortrag über die Konstitution Dei Verbum, anzubieten.

Bei seinen Ausführungen betonte er vor allem das personale Moment der Offenbarung, insofern sie zunächst im Fleisch gewordenen Wort, Jesus Christus, besteht.

Sehr spannend fand ich sein Eingehen auf Schrift und Tradition. Zunächst wehrte er sich dagegen, sie als Offenbarungsquellen zu bezeichnen, denn diese Quelle sei allein Jesus Christus. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass DV die Tradition zuerst nennt und damit die Tatsache betont, dass die Bibel nicht „vom Himmel gefallen“ ist, sondern dass vor der Entstehung der Schriften des Neuen Testaments die Zeit der lebendigen Überlieferung stattgefunden hatte. Insofern sei das Christentum eben auch keine Buchreligion, da die Offenbarung der Schrift vorausgehe. Weil die Bibel selbst keine Aussage macht, welchen Umfang ihre Schriften haben, brauchte es dementsprechend die Kirche und die Tradition, die festlegen, welche Schriften inspiriert sind und welche nicht. Die Kirche verbürge überhaupt insgesamt den Charakter der Bibel als Offenbarungszeugnis. Von daher sei sie auch dazu befähigt, über die richtige Auslegung der Schrift zu wachen.

Seinen Vortrag umrahmte der Bischof mit der Frage, die Lektoren manchmal stellen: Kann ich nach dieser oder jener Lesung wirklich „Wort des lebendigen Gottes“ sagen, bspw., wenn es gerade um die geplante Opferung Isaaks ging? Als Antwort brachte er am Schluss seiner Vorlesung, dass die biblischen Autoren von Gott befähigt wurden, aufzuschreiben, was für die Menschen zum Heil wichtig ist. Und so kommt auch in den schwierigen Texten das Heil zum Ausdruck. Dementsprechend lässt sich die Bereitschaft Abrahams, seinen eigenen Sohn zu opfern, als Vorwegnahme der Hingabe Christi sehen.

Beim Hinausgehen schließlich schüttelte der Bischof noch vielen Zuhörern die Hände und wirkte wie in den von ihm zelebrierten Gottesdiensten voll Glaubensfreude und Überzeugung.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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