Mein Katholikentagsprogramm – 2. Podium: Ökologie des Menschen. Über einen von Papst Benedikt XVI. in die Debatte gebrachten Begriff

Das Podium über die „Ökologie des Menschen“ war sehr interessant. Zunächst wird man festhalten müssen, dass es keine Podiumsdiskussion gab, da sich die einzelnen Referenten recht einig waren und vielmehr ganz unterschiedliche Aspekte zur Sprache kamen.
Der Begriff an sich geht auf den hl. Johannes Paul II. zurück, wurde aber von Papst Benedikt 2007 erneut in die Debatte eingebracht. Paradigmatisch dafür ist die Erkenntnis, dass man die Umweltzerstörung etc. wahrnimmt und auch ganz aktuell beispielsweise die Tierschutzpartei in das Europaparlament einzieht, eine dezidierte „Menschenschutzpartei“ jedoch nicht, aber die Ökologie, die Natur des Menschen, immer weniger pflegt.

Aus ganz unterschiedlichen Richtungen, der Moraltheologie, der Philosophie, der Theologie, der Sozialethik oder auch der Psychotherapie, wurden zahlreiche Aspekte beleuchtet. So brachte Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz etwa die zahlreichen Schwierigkeiten der Genderideologie zur Sprache und der Moraltheologe Matthias Beck diagnostizierte insgesamt ein Phänomen der Beliebigkeit in unserer Gesellschaft, die sich gegen die Natur wendet und wofür eben bspw. auch die Genderbewegung charakteristisch ist.

Insgesamt wurde dagegen die Bedeutung der Familie betont, die die erste und grundlegende Struktur für die Humanökologie darstellt.

Ich denke, die „Ökologie des Menschen“ harrt auf drängende Weise einer vertieften Auseinandersetzung, denn, wie oben bereits angemerkt, erwachte in den 70er Jahren ein starkes Bewusstsein für die Natur der Natur, aber von der Natur des Menschen scheint man sich heute immer mehr zu entfernen, bzw. gar nicht mehr so genau feststellen zu können, was dies eigentlich ist: Das Geschlecht sucht man sich selbst aus, wie man zusammenlebt, ist egal, und das ungeborene Leben gilt zu wenig als menschliche Natur, als dass man Halt davor machen würde, es auszulöschen.
Mit einem Konzept des Menschen als Abbild Gottes und dem von Jesus so stark betonten Bild der Familie, ja, dass er den Begriff „Familie“, wie Klaus Berger betonte, sogar für die neue Familie verwendet, die in seiner Gemeinschaft entstünde, passen diese Strömungen nicht zusammen.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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