Das ist heute

Im Hochgebet der Messe vom letzten Abendmahl konnten wir heute den Einschub vernehmen: „Am Abend vor seinem Leiden, das ist heute, …“. In aller Deutlichkeit wird uns vor Augen geführt, dass wir jetzt mit Leib und Seele das Leiden und Sterben unseres Herrn miterleben.

Jesu Tod ist in der Liturgie kein stilisiertes Opfer, das, fern von jeglicher Leidensrealität, positiv besungen wird. Am Gründonnerstag wird uns jede Möglichkeit genommen, Jesu Passion in eine andere Welt zu verschieben, die nicht die unsrige ist, in einen Klang- und Spielraum ästhetischer Liturgie, die reine Kunst bleibt, oder in ein Jenseits, auf das wir, je nachdem, immer wieder einmal hoffen.

Vielmehr geschieht heute Jesu Leiden und wir sind mit betroffen. Wir sind es, die Gott durch das Senden seines Sohnes erlösen wollte. Auf Jesu Opfer gibt es in der Liturgie keine Beobachterperspektive, dies will uns der Gründonnerstag sagen. Wir sind immer mit hineingenommen in dieses Geschehen, sind aufgefordert, unseren eigenen Beitrag zu leisten.

So können wir für die Hl. Messe jedes beliebigen Tages durch den Einschub am Gründonnerstag lernen, uns mit hineinnehmen zu lassen in das Paschamysterium Christi und uns sein Opfer nicht zu sehr auf Distanz zu halten.

Heute nimmt er den Kelch in die Hand und heute sind wir aufgefordert, mit daraus zu trinken.

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Über theresia_viasvitae

Ich bin Mitte 20, studiere Theologie & Romanistik und möchte mit diesem Blog vor allem Glaube & Alltag bzw. Glaube & Theologie (so paradox das klingen mag) verbinden. Mehr dazu im "About".
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