Link-Tipp zur Zölibatsdebatte

Nachdem es in meinem letzten Beitrag unter anderem um die Zölibatsdebatte ging, freute ich mich besonders, heute einen sehr guten Kommentar zu diesem Thema zu lesen. Er stammt vom Münchner Regens Wolfgang Lehner: LINK.

Er schreibt , dass der Zölibat ein Stein des Anstoßes sei, wir aber eher mehr denn weniger solcher Steine bräuchten – gerade in einer Zeit, die immer gleichförmiger werde.

Außerdem bezeichnet er die Diskussion als „Scheindebatte“, die von den wirklich wichtigen Fragen ablenke. „Wie können wir eine echte Berufung der Laien zum Apostolat fördern? Wie können wir den Ehepaaren und Familien helfen, ihren Glauben zu leben? Wie können wir überhaupt lernen, wieder über unseren Glauben zu sprechen? Wie können wir für suchende Menschen attraktiv werden?„, fragt Lehner und folgert: „Das Taufbewusstsein der Christen wird nicht durch die Aufhebung des Zölibates geweckt.“

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Zwischenruf – Priestermangel? Gläubigenmangel!

Heute wurde mir eine Meldung angezeigt, die eine Reflexion darüber auslöste, was in der Kirche in Deutschland gerade vor sich geht. Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, sieht sein Bistum in einer „personellen Krise“. An einigen Orten leiteten Priester bereits bis zu vier Seelsorgebereiche gleichzeitig. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es gibt viel zu wenige.

Direkt kam mir die Diskussion über den Zölibat in den Sinn, die in den letzten Wochen erneut entbrannte.  Denn meistens sind die Lockerung des Zölibats und die Zulassung von Frauen zum Weiheamt die Arzneien, die vorschnell von allerlei Stellen verschrieben werden, um den herrschenden Mangel zu beheben. Die Diskussion neu ausgelöst hatte ZdK-Präsident Thomas Sternberg, der den Zölibat eben wegen des Priestermangels lockern wollte.

Dabei wird allerdings etwas Grundlegendes verkannt: Wir haben in Deutschland keinen Priestermangel. Wir haben einen Gläubigenmangel! Eine Zahl macht dies deutlicher als viele Worte: 10,4 Prozent der Katholiken gehen am Sonntag in die Kirche.[1] Nun will ich nicht argumentieren, es sei alles gut, es gäbe ja verhältnismäßig genug Priester für die immer kleiner werdende Zahl aktiver Gläubiger.

Es wird nämlich noch fundamentaler. Hat man diagnostiziert, wie wenig Menschen die Kirche mit ihrer Botschaft noch erreicht, wünscht man sich als überzeugter Christ, sie würde diese Menschen (wieder) für sich gewinnen können. Nun begegnete mir in diesen Tagen eine weitere, nachdenklich machende Anzeige. Es handelte sich um ein Angebot („Sing & Pray“) eines katholischen jugendspirituellen Zentrums. Der Anzeigentext lautete: „Start something new – Kraft tanken für Neues – Gegenseitig Segen sein – Verschiedene Segenswünsche erleben“. Nach der Lektüre war ich mehr oder weniger ernüchtert, dass es in keiner Weise darum zu gehen schien, vom christlichen (sich dem Einzelnen in Jesus Christus persönlich zuwendenden) GOTT den Segen zu erbitten. Der Text forderte, rein immanent, gegenseitig ein Segen zu sein. Also klickte ich auf die ausführliche Beschreibung. Dort wurde betont, dass man sich anlässlich des neuen Schuljahrs gegenseitig alles Gute wünschen und Segenssprüche verschiedener Religionen kennenlernen wollte. Das Ganze wurde abgerundet durch ein Zitat von Buddha.[2]

Nun wäre genau die Jugend das Feld, wo wir wieder damit beginnen könnten, ein fruchtbares Umfeld zu schaffen, wo Glaube, wo Berufungen (die ohne Glaube unmöglich sind), entstehen könnten. Junge Menschen müssten wieder erkennen können, welche Strahlkraft der christliche Glaube besitzt. Aber zu was motivieren wir sie, die noch nicht mit dem Glauben in Berührung gekommen sind, und die Erwachsenen, die den Glauben entweder nicht kennen oder schlechte Erfahrungen damit gemacht haben? Zum Eintritt beziehungsweise zur Rückkehr in eine Wischiwaschi-Religion, deren genuin eigene Botschaft überhaupt nicht mehr zutage tritt (aus einem falsch verstandenen Respekt vor anderen Religionen?!). Den Alltag verlängern können sie aber auch im Kleintierzuchtverein, beim Kegeln oder am Stammtisch. Wieso sollten sie in die Kirche gehen?

Natürlich muss die Kirche die Leute „abholen“, wie es so schön heißt, kann nicht mit einem Ratzinger-Zitat über die Trinität beginnen, wenn sie ihnen den Glauben nahebringen will, sondern muss eine einfache Sprache sprechen. Aber abholen bedeutet in der Kirche meistens, abholen und dort stehen bleiben. Kein Wunder, dass die Menschen nicht „mitgehen“. Abholen impliziert, abholen zu etwas. Das muss die Kirche neu lernen.

Nicht zuletzt beweist gerade die Art von Glauben von Menschen, die zum Katholizismus konvertiert sind, dass sie nicht von einer Weichspül-Religion fasziniert wurden, sondern von großartigen, neuen, eindrucksvollen Worten, wahrnehmbaren Riten, klaren Standpunkten…

Um dem Priestermangel zu begegnen, hilft es wenig, die Bedingungen für den Zugang zum Weiheamt zu lockern (die auch theologisch gute Gründe haben). Denn mehr Glauben würde es dadurch ganz sicher nicht geben. Hauptamtliche Laien-Mitarbeiter fehlen bereits ebenso.

Um all diesen sinkenden Zahlen, angefangen bei den einfachen Kirchenbesuchern, über die engagierten Ministranten und Kirchenmusiker bis zu den Hauptamtlichen und Priestern, wirklich zu begegnen, bräuchte es eine neue Atmosphäre des Glaubens. Zumindest in Deutschland aber tut man alles dafür, ein Aufkommen dieser zu verhindern.

 

[1] Wie die Deutsche Bischofskonferenz diesen erschreckenden Sachverhalt in ihrer Statistik ausdrückt, kann ich in keiner Weise nachvollziehen: „Der Gottesdienstbesuch am Sonntag und die Feier der Heiligen Messe sind zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens und werden von durchschnittlich 10,4 Prozent der Katholiken wahrgenommen.“
[2] An dieser Stelle möchte ich nicht die Beschäftigung mit anderen Religionen kritisieren, in keiner Weise! Diese ist in der Regel sehr bereichernd. Aber sie ist es dann, wenn der eigene Standpunkt klar ist und man das „Andere“ überhaupt erst erkennen kann.
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Erstaunliches

Heute war kein ganz leichter Tag. Denn mir wurde schmerzlich das baldige Ende meines Auslandsjahrs bewusst. War mir früher unklar, wie sich die feuchten Augen und sehnsuchtsvollen Blicke älterer Studenten erklären, wenn sie über die Stadt ihres Freijahrs sprechen, so werde auch ich stets ins Schwärmen geraten, wenn es um meine Pariser Zeit geht – auch wenn sie freilich neben Höhen auch Tiefen mit sich brachte.

Jedenfalls schickte ich heute den Großteil meines Hab- und Guts im elterlichen Auto auf die Heimreise nach Deutschland. Zurück bleibt mein wunderschönes Zimmer, karg und unwohnlich. Die geliebte Ikone ist fort, ebenso der Gebetshocker, Regale und Schränke schwach befüllt – alles so, dass es am letzten Tage sich in eine Reisetasche wird packen lassen.

Nun erhielt ich in meiner Tristesse heute Morgen jenen wundervollen Wunsch des nächsten Menschen an meiner Seite, ich möge mich in der Messe von Gott trösten lassen. Und dies geschah, ganz gewiss. Der Vorgeschmack am himmlischen Jerusalem (umso feierlicher, da erst heute in Frankreich das Fest des allerheiligsten Sakraments gefeiert wird), ließ nicht zu, dass ich in Melancholie abgleite.

Am frühen Abend nun wurde mir aber in Bezug auf diesen Wunsch noch eine besondere Zuwendung zuteil. Den ganzen Tag schon war ich müde, so müde, dass ich mich nicht einmal zum Gebet recht aufraffen konnte. Dann aber überwand ich den andauernden Mittagsdämon und ging in den Gebetsraum. Und nicht nur, dass, je länger ich dort verweilte und das Gebet murmelte, ich immer größere Kraft und Zuversicht fühlte, sondern mir begegnete in der Vesper auch jene Lesung:

„Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden.“ (2 Kor 1,3-4)

Ja, in einem kleinen, unwürdigen, unbedeutenden, von Unzulänglichkeiten geprägten Alltagsleben spricht Gott.

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thesauri sacrae scripturae

Denn wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden, wie unter denen, die verloren gehen.

2 Kor 2,15

 

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Neues von der Stundenbuch-App: Jetzt mit Lesehore!

Vorab: Ich bin kein begeisterter Bildschirm-Beter. Die Stundenbuch-App habe ich trotzdem installiert, weil es passieren kann, dass man unterwegs ist und das Stundenbuch vergessen oder aus logistischen Gründen nicht eingepackt hat, man aber gerne eine Hore beten möchte (und nicht am Abend alle kumulieren, veritas liturgica und so).

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Das Menü lässt sich noch nach unten scrollen, wo die kleinen Horen und die Tageslesung warten.

Jetzt gibt es allerdings eine wirklich klasse Neuerung: Die Lesehore wurde mit in die App aufgenommen. Der kleine Stundentenhaushalt der Autorin verfügt nämlich bisher nicht über genug Mittel, sich sämtliche Lektionare zu beschaffen. Die App bietet so eine kostenlose und unmittelbare Möglichkeit, auch diese schöne Hore zu beten! (Nebenbei: Falls jemand alte Lektionare hat, die er nicht mehr braucht, weil er oder sie inzwischen auf Latein/altrituell/gar nicht mehr betet, bin ich interessiert!).

Neben dieser Neuerung wurde zugleich auch das Invitatorium mit aufgenommen. (Man fragt sich, warum diese beiden fundamentalen Dinge nicht gleich bei der Konzeption der App von Anfang an dabei waren, aber ich möchte keine Verschwörungstheorien auslösen, Liturgie ist ohnehin immer so ein Thema…)

Nun überwiegt nämlich meine Freude, die Lesehore verfügbar zu haben. Zudem wurde man über die Neuerungen über die interne Nachrichtenfunktion der App informiert. Danke an das Liturgische Institut und den Katholischen Pressebund e.V.!  Das ist großartig!

Link zur App im Google Play Store, Link zur App im App Store

Eine Kurzbeschreibung der Lesehore findet sich auf der Homepage des Deutschen Liturgischen Instituts:

Im heutigen römischen Stundengebet an Stelle der früheren Matutin (SC 89c). Die veränderte Gestaltung legt den Schwerpunkt durch Kürzung der Psalmodie und Erweiterung der Lesungen gegenüber der Matutin auf die geistliche Betrachtung. Das Lektionar zum Stundenbuch bietet für jeden Tag des Jahres neben der Schriftlesung mit Responsorium so genannte Väterlesungen (AES 160 und AES 161). Zusätzlich können regional bedeutende Texte herangezogen werden (AES 162). Das rein formale Auswahlkriterium des vorbildlichen Lebens und der überragenden Lehre des Autors wird (AES 163) dahingehend ergänzt, dass insbesondere Texte genommen werden sollen, die der Auslegung der Heiligen Schrift dienen. Die Lesehore kann prinzipiell zu jeder Tageszeit gehalten werden, soll aber »im Chor den Charakter als nächtliches Gotteslob« beibehalten (SC 89c) und kann insbesondere vor Festen zu einer Vigil mit Cantica, Evangelium, Te Deum und Oration erweitert werden (AES 73). (Quelle)

Oremus!

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Zum Tage

O felicem virum, beatum Joseph!
cui datum est Deum,
quem multi reges voluerunt
videre et non viderunt,
audire et non audierunt,
non solum videre et audire,
sed portare et complecti,
deosculari et custodire!

Jean de Charlier de Gerson, O felicem virum (~1400)
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Ein Tag in Lisieux – Theresia besucht Thérèse (Premium-Beitrag)

Am Dienstag war ein großer Tag im Leben der Autorin dieses kleinen Blogs. Ich fuhr tatsächlich das erste Mal in meinem Leben nach Lisieux, den Ort meiner Namenspatronin. In diesem Beitrag möchte ich diesen Tag umfassend beschreiben – er soll aber zugleich als Ratgeber für Gelegenheits- oder Stamm-Leser dienen, die selbst einmal einen Tag in Lisieux verbringen wollen und sich überlegen, wie sie das am besten anstellen.

Mit dem Zug von Paris aus ist Lisieux ganz prima zu erreichen. Wer also erwägt, ein paar Tage die Hauptstadt zu besuchen, kann sich das problemlos als Tagesausflug einplanen. Mein Zug fuhr um 8.45 Uhr los und um halb elf war ich am Bahnhof in Lisieux. Im Zug las ich eigentlich durchgehend in einer der vielen Biographien über Thérèse. Das bietet sich besonders an, um sich schon ein wenig auf den Tag einzustimmen und so war ich bereits gedanklich ganz in ihrer Welt, als ich in einen sonnigen Tag ausstieg.

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Und plötzlich ist man in Lisieux

Von Anfang an war diese Reise behütet. Ich brauchte nämlich noch unbedingt eine Postbank zwecks Bargeld, fand diese aber ohne auf die Karte zu gucken in unmittelbarer Nähe des Karmel. Vom Bahnhof aus ist man sofort im Stadtzentrum. Da ich noch kurz Zeit hatte, besorgte ich mir zuerst Stadtpläne und Info-Flyer in der Touristeninformation. Auch diese liegt sehr zentral und z.T. sind die Broschüren sogar auf Deutsch.

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Broschüren mit Stadtplänen und den wichtigsten theresianischen Orten bekommt man in der Touri-Info.

Der Karmel

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Der Karmel

Dann kam meine erste Station: Der Karmel. Zuallererst verweilte ich ein wenig an dem Reliquienschrein. 1923 waren die Gebeine der hl. Thérèse vom Karmel-Friedhof in die Kirche überführt worden.

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Der Reliquienschrein mit einer Statue von Thérèse in ihrer Sterbehaltung.

Dann konnte ich den Tag mit einer hl. Messe beginnen. Im Karmel gibt es täglich um 8.00 Uhr, 9.00 Uhr (mit den Karmelitinnen) und um 11.15 Uhr die Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch. Der Priester war noch jung und ganz wunderbar.

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Die Kirche des Karmel

Ausgehend vom Lesungstext („In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen“, Apg 11,26) lud er uns ein, darüber nachzudenken, was es heißt, Christen zu sein. Dies bot ihm auch die Gelegenheit, über Ordensnamen nachzudenken, die jeweils auf ein Geheimnis Gottes verweisen – Theresia vom Kinde Jesu und vom hl. Antlitz, Johannes vom Kreuz, Elisabeth von der Dreifaltigkeit…Er forderte uns auf, uns zu überlegen, was „unser“ Geheimnis sei und meinte, das könnte uns helfen, den Glauben fruchtbar werden zu lassen, den wir von Gott bekommen haben – ein sehr schöner Gedanke, wie ich finde.

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Der großartige Laden des Karmel

Von einer so aufbauenden Messe gestärkt führte es mich dann zunächst in den Laden des Karmel, in dem man Devotionalien, Gebetskärtchen, Hausgemachtes aus dem Karmel und religiöse Bücher kaufen kann. Bei den Kärtchen und den Büchern gibt es auch eine Auswahl auf Deutsch!

Im Anschluss durchlief ich den „Parcours Thérésien“, eine (kostenlose!) Ausstellung über ihr Leben, die wirklich nett und schön gemacht ist. Ich denke, ich lasse lieber Bilder mit kurzen Beschreibungen sprechen:

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Gegenstände, die von ihr bemalt wurden

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Die Rosenkrone, die sie bei ihrer Profess trug

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Das mit ihrem Blut geschriebene Credo, das sie in einem Moment des Zweifels anfertigte

Insgesamt verbrachte ich also zuerst einmal eine ganz ordentliche Zeit im Karmel. Mit der Kirche, ihrem Reliquienschrein, der Ausstellung und dem Laden bietet er aber auch wirklich viel. Man sollte also genug Zeit dafür einplanen! Außerdem fand ich es sehr gut, mit dem Karmel anzufangen, da er einfach eine so zentrale Bedeutung in ihrem Leben einnimmt (schon von Kindesbeinen an möchte sie eintreten und es ist – bei allen Schwierigkeiten – ihr größtes Glück, dort zu sein). Ein schöner Beginn also für einen Thérèse-Tag!

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In Lisieux folgt man nicht dem „kleinen Weg“, sondern dem „blauen Weg“. Der führt zielsicher von einem theresianischen Ort zum anderen. Zuerst fand ich diese Markierung etwas witzig, dann aber wusste ich sie immer mehr zu schätzen.

Die Zeit war dann auch schon so weit fortgeschritten, dass es sich anbot, eine Mittagspause zu machen. Lisieux ist ein nettes Städtchen mit einer ruhigen Fußgängerzone, in der man viele Möglichkeiten hat, sich ein Sandwich (sprich: sóndwitsch) oder eine Quiche zu kaufen.

Die Kathedrale Saint-Pierre

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Die Kathedrale Saint-Pierre

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Normannische Gotik

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Louis Martin stiftete den Hauptaltar

Die erste Station nach dem Mittagessen war die Kathedrale Saint-Pierre. Die wunderschöne, gotische Kathedrale (12./13. Jh.) ist der Ort, wo Louis Martin mit seinen Töchtern in die Messe ging. Ihr genauer Platz ist durch eine schön gestaltete Ecke markiert – hier erkannte Thérèse auch ihre missionarische Berufung, die Seelen von Sündern zu retten.

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Der Ort, an dem die Martins der Messe beiwohnten

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Man wird eingeladen, Gebetsintentionen oder -erhörungen aufzuschreiben.

Es war ein besonderes Gefühl, an dem Ort zu sein, an dem sie mit ihrer ganzen heiligen Familie die hl. Messe besuchte – also ihren ganz gewöhnlichen Gottesdienstort.

 

 

An jeder theresianischen Stätte gibt es eine Karte, wo man sich gerade befindet, wo die anderen Orte sind und Wegweiser – man kann sich wirklich nicht verlaufen.

 

Les Buissonnets

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Les Buissonnets („Das kleine Gebüsch) ist der liebevolle Name der Familie für ihr Haus in Lisieux, das sie nach dem Tod von Zélie Martin 1877 bezogen. Den Großteil ihrer Kindheit hat Thérèse in diesem Haus verbracht – es ist unglaublich berührend, an diesem Ort zu sein, sich vorzustellen, was in diesem oder jenem Zimmer geschehen ist…

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Im Garten der Buissonnets: Mehr Idylle gibt es kaum – Cat Content auf viasvitae😉

Ich kam direkt zu den Öffnungszeiten nach der Mittagspause (zwischen 12 Uhr und 14 Uhr ist es nämlich geschlossen!). Der Eintritt ist kostenlos und das Haus wird ganz liebevoll im Geist der Heiligen betreut. Man kann drei Zimmer besichtigen und in jedem der Zimmer bekommt man eine kurze Einführung (von jeweils einer anderen Person, das ist wirklich nett) und anschließend wird ein Tonband abgespielt, das erklärt, was in diesem Zimmer geschah.

Der Anfang ist die Küche, das Herzstück des Hauses, mit dem offenen Kamin, an dem Thérèse die sog. Weihnachtsgnade erlebte.

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Der Ort der Weihnachtsgnade

An Weihnachten 1886, kurz vor ihrem 14. Geburstag, stellt sie ihre Schuhe wie jedes Jahr in den Kamin, damit sie vom Christkind gefüllt würden. Ihr Papa sagt nach der Mittagsmesse einen Satz, den sie hört und der sie zutiefst trifft: „Nun, gottlob ist es das letzte Jahr“. Aber statt – wie es zuvor ihre Art und auch ihre Schwäche war – in Tränen auszubrechen, sammelt sie sich, geht zu den Schuhen, holt ihre Geschenke heraus und freut sich darüber – und ihr Vater mit ihr.

Dann steigt man hinauf zu ihrem zweiten Zimmer, in dem sie das Erlebnis hatte, dass die Jungfrau ihr in schwerer Krankheit zulächelte, worauf sie geheilt wurde.

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Das Zimmer, in dem die Jungfrau sie in schwerer Krankheit anlächelte, was ihre Heilung bewirkte.

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Ihre Haare, von einer ihrer Schwestern aufbewahrt – unglaublich…

„Plötzlich erschien mir die Muttergottes schön, so schön, dass ich nie Schöneres gesehen hatte, ihr Antlitz atmete unaussprechliche Güte und Zärtlichkeit; was mir aber bis ins Innerste der Seele drang, das war das bezaubenrde Lächeln der seligsten Jungfrau. Da zerstoben alle meine Leiden…“ (Thérèse)

Schließlich gelangt man in ihr erstes Zimmer, in dem viele ihrer Gegenstände aufbewahrt sind. Unter anderem ihr wunderschönes Kommunionkleid und das Kruzifix, vor dem sie um die Bekehrung des dreifachen Mörders Pranzini betete. Von dessen Schicksal hatte sie aus der Zeitung erfahren und es ist der erste „Sünder“, den sie „adoptiert“. Gleichzeitig bittet sie Gott damit verbunden um ein Zeichen.
Bis zu den letzten Metern vor der Guilloutine zeigt der Verbrecher keine Reue, aber in letzter Sekunde bittet er plötzlich den Pfarrer um das Kruzifix und küsst es leidenschaftlich dreimal – für Thérèse die Antwort auf ihre Sehnsucht, Seelen zu retten.

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Das nachgestellte Gespräch von Thérèse und Louis um den Karmel-Eintritt

Der Ausgang geschieht durch den Garten und dort ist mit einer Statue die Stelle markiert, wo sie Louis Martin bat, in den Karmel eintreten zu dürfen.

Les Buissonnets waren für mich wirklich ein Höhepunkt, weil, wie es die Person am Empfang ausdrückte, das Haus wirklich die Wiege ihrer Heiligkeit war. Zugleich ist es auch das Haus, das vom Familienleben und dem ebenfalls heiligen Louis Martin zeugt.

Die Basilika Sainte Thérèse

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Ein riesiges Monument für die kleine Thérèse

Die Basilika ist nun der Ort, der nicht mehr von Thérèse selbst geprägt und belebt wurde wie der Karmel, die Kathedrale Saint-Pierre und die Buissonnets, sondern der Ort, der für ihre Erinnerung errichtet wurde. Ihr Bau wurde 1929 begonnen. Innen ist die Kapelle mit Mosaiken ausgestaltet. Die Architektur ist von Sacré-Cœur de Montmartre inspiriert.

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Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrgt, wird erhöht werden. (Mt 23,12)

In der Kirche befinden sich Reliquien der hl. Thérèse, in der Krypta der Reliquienschrein ihrer heiligen Eltern.

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Venez à moi – Kommt zu mir

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Auch die im Oktober heiliggesprochenen Eltern der Thérèse sind – gottlob – sehr präsent in Lisieux.

Die Basilika ist eine richtige Anlage mit der Basilika selbst, einem Wachsmuseum, der Krypta und dem Empfangszentrum Johannes-Paul II. Ehrlich gesagt erinnerte mich der ganze Bau auch an die Kirche zu Ehren dieses heiligen Papstes in Krakau.

Ich muss zugeben, dass mich die Basilika selbst nicht über die Maßen ansprach. Aber das ist oft schwierig bei Orten, die zum Gedächtnis errichtet wurden – den richtigen „Ton“ zu treffen. Sie ist riesig und kann 4000 Menschen fassen, allein das ist schon überwältigend. Dann aber finde ich sie extrem überladen von den bunten und in besonderem Stil angefertigten Mosaiken, was nicht recht zu meinem Thérèse-Bild passen mag (das kann aber auch an mir liegen). Nichtsdestotrotz ist es natürlich ein besonderer und zur Andacht einladender Ort und der nach Lourdes meistbesuchte Pilgerort in Frankreich.

Das Zentrum an der Basilika beinhaltet natürlich auch einen wunderbaren Devotionalienladen, in dem man sich noch einmal mit all dem eindecken kann, was man von Thérèses Botschaft gerne mit nach Hause nehmen möchte (und was man nicht schon im Karmel-Laden gekauft hat…)

Ich bin wirklich froh, die Stätten in genau dieser Reihenfolge besucht zu haben – von den Orten, an denen sie selbst gelebt hat bis zu dem Ort, an dem ihre Erinnerung gepflegt wird.

Anhang

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La mer

Mein ganzer, langer Tag wurde dadurch abgerundet, dass ich die Chance nutzte, für 5 € in 20 Minuten an die Antlantik-Küste weiterzufahren. Auch Thérèse hatte dort als Kind Urlaub gemacht. So konnte ich beim Spazieren am Meer die vielen, wundervollen Eindrücke sacken lassen und mich einfach nur freuen.

Deo gratias für diesen erfüllten Tag.

Heilige Thérèse vom Kinde Jesu und vom hl. Antlitz – ora pro nobis!

 

Praktische Infos auf einen Blick:

Karmel

  1. November bis 15. März: 7.20 bis 18.30 Uhr
  2. März bis 31. Oktober: 7.20 bis 19.00 Uhr

Messen: Unter der Woche um 8 Uhr, 9 Uhr (mit den Karmelitinnen) und um  11.15 Uhr, sonntags um 9.00 Uhr und um 11.15 Uhr (mit den Karmelitinnen)

Stundengebet: Laudes 7.20 Uhr (sonn- und feiertags 8.00 Uhr), Mittagshore 13.45 Uhr, Vesper 18.00 Uhr.

Öffnungszeiten der Ausstellung: 9.00 bis 18.00 Uhr

Kathedrale Saint-Pierre

09.00 – 18.45 Uhr

Messe: Unter der Woche um 18 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr.

Les Buissonnets

Ostermontag bis Anfang Oktober: 9.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr
Oktober, Februar und März: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
November bis Januar: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr
Achtung, geschlossen von Mitte November bis Mitte Dezember und am 25. Dezember sowie am 1. Januar.

Die Audio-Führungen sind auf Französisch.

Basilika Sainte Thérèse

November bis März: 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
April, Oktober: 9.00 bis 18.30 Uhr
Mai, Juni, September: 09.00 bis 19.00 Uhr
Juli, August: 09.00 bis 19.30 Uhr

Messe: Unter der Woche um 15.30 Uhr in der Unterkirche, sonntags um 10.30 Uhr (von Ostern bis Allerheiligen in der Oberkirche, vom Sonntag nach Allerheiligen bis Palmsonntag in der Unterkirche) und um 17.00 Uhr (Unterkirche)

Homepage-Tipp:

Am besten vor dem Besuch auf dieser Homepage gucken, ob es aktuelle Infos/Änderungen gibt: http://www.therese-de-lisieux.catholique.fr/Bienvenue-sur-le-site-du-Sanctuaire-de-Lisieux.html (kann man auch auf Englisch stellen!)

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Herzklopfen

Heute ist der Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Das Motto finde ich dieses Jahr sehr gelungen: Herzklopfen.

Denn um nichts Anderes geht es in unseren Berufungsgeschichten: Gott liebt uns (zuerst!), wir dürfen diese Liebe erfahren und haben den Wunsch, ihm auf diese Liebe die Antwort unseres Lebens zu geben – begleitet von Herzklopfen.

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Die Benediktinerinnen der Anbetung haben diesen Gedanken, finde ich, besonders schön zu Wort gebracht:
„Eine geistliche Berufung wächst langsam, wie eine Blume. Jeder Mensch ist zur Liebe berufen. Das ist die erste und wichtigste menschliche Berufung. Jeder Mensch spürt in sich eine unsagbare Sehnsucht nach Liebe, Vollkommenheit und Glück. Wenn sich eine junge Frau entschließt, im Kloster zu leben, so ist das die Antwort eines liebenden Herzens auf den Ruf des Herrn. Jede von uns erfährt diesen Ruf anders. Es genügt nicht, einmal JA zu sagen. Durch unser Beten, Arbeiten und unsere Haltung den Mitmenschen gegenüber erneuern wir täglich unser JA. Die entschiedene Nachfolge Jesu ist ein Weg mit vielen kleinen und auch größeren Entscheidungen.“

Beten wir dafür, dass unsere Pfarreien Orte sind, an denen es Menschen gelingt, diese Liebe Gottes zu erfahren. Tragen wir selbst unser Glaubenszeugnis dazu bei. Beten wir, dass sich Menschen auf die Suche nach ihrer Berufung machen und beten wir, dass die Personen, die sie begleiten, sie aus ihrer Verwurzelung in der Liebe heraus gut und weise auf diesem Weg begleiten.

Schließen wir uns mit diesen Anliegen dem Gebet des hl. Vaters für den heutigen Tag an:

Vater der Barmherzigkeit, der Du Deinen Sohn zu unserem Heil geschenkt hast und der Du uns immer mit den Gaben Deines Geistes unterstützt, gewähre uns lebendige, feurige und frohe christliche Gemeinden, die Quellen geschwisterlichen Lebens sind und die unter den jungen Menschen den Wunsch wecken, sich Dir und der Evangelisierung zu weihen. Unterstütze sie in ihrem Bemühen, eine angemessene Berufungskatechese und Wege der besonderen Hingabe anzubieten. Gib Klugheit für die notwendige Beurteilung der Berufungen, so dass in allem die Größe Deiner barmherzigen Liebe aufleuchte. Maria, Mutter und Erzieherin Jesu, bitte für jede christliche Gemeinschaft, damit sie – fruchtbar durch den Heiligen Geist – Quelle echter Berufungen für den Dienst am heiligen Volk Gottes sei.

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Wenigstens zum Jahrestag…

…soll die sich erneut einstellende, diffuse Blogruhe hier unterbrochen werden. Wie fürchterlich diese Blogpausen doch sind! Ich weiß genau, wie wenig gut ich es bei anderen Blogs finde, wenn unerklärte und unangekündigte Unterbrechungen auf unbestimmte Zeit auftreten…Von daher: mea culpa! Es ist aber wie in einer schlechten Ehe: Wenigstens am Jahrestag tut man so, als sei alles in Ordnung. In diesem Sinne die durch diese Vorrede leicht getrübte Feststellung:

viasvitae wird heute 2!

Über was schreibe ich an diesem historischen Datum? Nun, ich wollte tatsächlich schon länger über Barmherzigkeit schreiben. Keine Frage, dieses Thema beschäftigt uns gerade gar inflationär, und oft hat man das Gefühl, aktuelle kirchliche Beiträge müssten fast den „Barmherzigkeitsstempel“ tragen. Ich aber wollte hier einen eher spirituellen Ansatz wagen, denn ich sehe zwei Verwendungsmöglichkeiten des Begriffs, die vorherrschen, meiner Meinung nach aber mangelhaft sind und die es daher zuvor zu benennen gilt:

Die erste ist die politische. Barmherzigkeit, das bedeutet, dass geschiedene und wiederverheiratete Menschen zur Kommunion gehen dürfen. Alles andere wäre unbarmherzig. Diese Politisierung möchte ich in diesem Beitrag nicht verfolgen und ich bin mir sicher, dass viele kluge Leute schon viel Gutes zu diesem Thema gesagt haben.

Die zweite Möglichkeit ist die soziale. Barmherzigkeit, das heißt, ich muss barmherzig sein. Schnell und sehr richtig fragt man sich: Wie kann ich anderen gegenüber barmherzig sein? Für diese Frage ist die Liste der Werke der Barmherzigkeit sinnvoll, an die uns der hl. Vater zum Jahr der Barmherzigkeit erinnert. Dort wird zwischen geistigen und leiblichen Werken der Barmherzigkeit unterschieden, und es wäre sicher schon viel geholfen, wenn wir alle heute nur eines davon auch nur im Ansatz erfüllen würden:

leibliche Werke der Barmherzigkeit:

  1. Hungrige speisen,
  2. Durstigen zu trinken geben,
  3. Nackte bekleiden,
  4. Fremde aufnehmen,
  5. Kranke pflegen,
  6. Gefangene besuchen und
  7. die Toten begraben.

geistige Werke der Barmherzigkeit:

  1. den Zweifelnden recht raten,
  2. die Unwissenden lehren,
  3. die Sünder zurechtweisen,
  4. die Betrübten trösten,
  5. Beleidigungen verzeihen,
  6. die Lästigen geduldig ertragen und
  7. für die Lebenden und Verstorbenen zu Gott beten.

Die Gefahr der rein sozialen Richtung ist, die Quelle der Barmherzigkeit in den Hintergrund treten zu lassen und stattdessen gleichsam einen Druck zu verspüren, barmherzig zu sein, sich für andere aufzuopfern, sozial zu handeln – aber eben mit der Zeit auszulaugen, da man sich selbst nicht mehr nähren lässt und aus dem Blick verliert, warum man eigentlich so handeln soll oder will. Eben, wie ich es formuliert habe: Barmherzigkeit, das heißt, ich muss barmherzig sein, ganz so, als könne und müsse ich das aus eigener Kraft.

Nun aber gibt es meiner Meinung nach eine dritte Herangehensweise, die manches Mal ein wenig zu kurz kommt, aber von jener Quelle handelt: Die Barmherzigkeit Gottes gegenüber mir, dem armen Sünder. Denn zuallererst ist Gott mit mir barmherzig und nimmt sich meiner an – lässt mich an seiner unendlichen Liebe teilhaben und zwar ganz egal, wo ich gerade stehe. Und ich frage mich, ob wir nicht über genau diesen Punkt zuallererst und zuvorderst mehr nachdenken, ja, ihn betrachten müssten: Gott ist barmherzig mit mir, Gott liebt mich.
Denn, liebe Leser, können wir uns wirklich vorstellen, was das heißt? Können wir uns wirklich vorstellen, dass es jemanden gibt, der uns mehr als alles liebt, ohne dass diese Liebe an irgendeine Form von Leistung von unserer Seite gebunden wäre? Wir sind es gewohnt, in irdischen Dingen eine Sache für eine andere zu bekommen. Beim Einkauf, in der Arbeit, selbst in Freundschaften – wenige Freundschaften weisen einzelne Momente auf, in denen es wirklich gelingt, den anderen um seiner selbst willen anzunehmen. Gott aber nimmt uns immer um unserer selbst willen an und zwar bedingungslos.

Und erst, wenn ich anfange, zu begreifen, was das bedeutet, bekomme ich eine Ahnung dessen, was Barmherzigkeit heißt. Und erst dann kann ich auch versuchen, diese Barmherzigkeit anderen weiterzugeben. Wenn ich die Ahnung einer Liebe habe, die ein Ozean nicht fassen könnte. Dann kann ich verstehen, wie es sein kann, andere mit den Augen Gottes zu sehen, nicht nach unserer menschlichen Logik, sondern rein als geliebtes Geschöpf des Schöpfers – eine Ansicht, die mir nicht möglich und verinnerlicht sein kann, wenn ich sie rein von außen appliziere, weil man das doch sollte.

Liebe Leser, im Jahr der Barmherzigkeit und am zweiten Jahrestag dieses kleinen Blogs würde ich mir vor allem wünschen, dass jeder von uns den Lichtstrahl einer Ahnung von Gottes unendlicher Liebe bekommt. Wer einmal in den Kontakt mit diesem Lichtstrahl gekommen ist, verspürt aber den Drang, selbst zu einem Lichtstrahl zu werden – immer wieder, auch wenn er viel zu oft scheitert und sich gleichsam von Neuem verdunkelt. Aber eben wegen dieser Gefahr ist es so wichtig, sich stets neu vor Augen zu führen, dass Gott uns liebt. Auch wenn ich glaube, dass wir das im irdischen Leben nie begreifen werden.

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Bildquelle: Radio Vatikan/ANSA
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Linktipp der Woche: Als Laie (nicht) heilig werden?!

In dieser Woche habe ich einen besonders spannenden Beitrag bei Invenimus Messiam entdeckt. Dort geht es um das Thema „Laienheiligkeit“ – warum sind fast alle Heilige Priester oder Ordensleute? Wo unterscheiden sich geistlicher Stand und Ehe in der Frage, ob und wie man heilig werden kann? Ist das Opfer von Eheleuten oft nicht gleich groß oder gar größer – d.h., ist es nicht schwieriger, gleichsam mitten in der Welt und zutiefst von Menschen umgben (-> Familie) trotzdem Gott niemals aus den Augen zu verlieren, im Gegenteil, alles zu Seiner  höheren Ehre zu tun?

Problematisisert wird z.B., dass man unterbewusst annimmt, Priester und Ordensleute seien per se bereits „näher“ an einem heiligmäßigen Leben, da der Stand selbst schon ein Opfer sei, aber von einem aufopfernden Leben ist sicher auch und zuvorderst bei Eheleuten zu sprechen.

Diese und weitere Fragen behandelt der Artikel und spricht mir dabei ziemlich aus dem Herzen. Leider ist eine Diskussion ausgeblieben, obwohl ich denke, das Thema würde es erfordern. (Vielleicht entbrennt sie ja jetzt, da dieser kleine Blog es noch einmal aufgreift.)

Besonders die Schlussdiagnose, die Vorstellung von Heiligkeit unter Katholiken sei eben wohl revisionsbedürftig – es würde sich bestimmt lohnen, darüber nachzudenken, wie  ein Verständnis von Heiligkeit aussehen würde, das in beiden Ständen gleichermaßen erreicht und honoriert werden könnte.

Und, seien wir ehrlich, ist a) der Großteil der Katholiken nicht Priester oder im Orden und b) sind die aktuell gelebten Ehen vielfach eher nicht am Ideal der Heiligkeit orientiert. Hätten Eheleute mehr das Gefühl, auch in ihrem Stand gehe es um die Nachfolge Christi mit Haut und Haar und gäbe es bspw. gar Vorbilder für solche Lebensführungen, könnte das auch das irdische Erscheinungsbild der Ekklesia ganz praktisch verbessern.

Hier der LINK.

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Wären sie auch ohne ihre berühmte heilige Tochter heiliggesprochen worden?, fragt sophophilo.

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